Umfassende Sicherheit
Dietrich Fischer, Umfassende Sicherheit mit friedlichen Mitteln.
Analyse der Gefahren und kreative Strategien der Abwendung
Aus dem Englischen von Ingrid von Heiseler
Sozio-Publishing: Belm-Osnabrück Juni 2009.
ISBN 978-3-935431-14-9
398 SS., € 28.80
Presse Info - Dietrich Fischer 2009 - Umfassende Sicherheit mit friedlichen Mitteln -
Einführung in Teil I
Mit dem Ende des Kalten Krieges stieg das Interesse daran, die Diskussion über Sicherheit auf nicht militärische Gefahren auszuweiten. Zwar bleibt die militärische Aggression eine ernsthafte Bedrohung, wie die neuesten Ereignisse zeigen, aber Krieg ist nur eine unter vielen Gefahren, die menschliches Leiden hervorrufen und in denen menschliches Leben auf dem Spiel steht. Darüber hinaus können eine ganze Reihe nicht militärischer Ansätze zum Schutz sowohl gegen militärische als auch gegen nicht militärische Gefahren für die Sicherheit dienen."
Teil I dieses Buches, der die Kapitel 1 bis 5 umfasst, beginnt mit einer Diskussion des Sicherheitsbegriffs im engeren und im weiteren Sinn. Kapitel 2 bietet einen Überblick über und eine Klassifikation von verschiedenen nicht militärischen Gefahren für die Sicherheit. Kapitel 3 stellt eine Anzahl von Grundmechanismen dar, die für eine große Vielfalt von Gefahren verantwortlich sind. Kapitel 4 analysiert, wie Probleme durch positive und negative Feedback-Zyklen verstärkt oder abgeschwächt werden können. In Kapitel 5 werden die gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Gefahren untersucht und wie sie einander gegenseitig verstärken oder abschwächen.
Teil I beschränkt sich darauf, die Probleme herauszustellen, ohne dass Lösungen vorgeschlagen werden. Das ist dann die Aufgabe von Teil II. Der Sinn dieser Textanordnung ist es, die Leser dazu anzuregen, über ihre eigenen Lösungen nachzudenken, ehe sie die mit denen vergleichen, die in diesem Buch angeboten werden. Ich hoffe, dass das dazu beiträgt, das Gespräch über die besten Methoden, die nicht militärischen Gefahren zu reduzieren, anzuregen. Da dieses Buch sich auf allgemeine Prinzipien der nicht militärischen Aspekte der Sicherheit konzentriert und Probleme darstellt, die für die Situation vieler Länder charakteristisch sind, wird im Großen und Ganzen darauf verzichtet, in den Beispielen einzelne Länder beim Namen zu nennen. Jede Ähnlichkeit mit gegenwärtigen Situationen ist rein zufällig und nicht beabsichtigt. Aber es sind Folgestudien geplant, in denen nicht militärische Aspekte von Sicherheit für besondere Länder und Regionen angesprochen werden sollen.
Einführung in Teil II
Der zweite Teil dieses Berichts gibt einen Überblick über verschiedene Strategien zur Verbesserung von Situationen nicht militärischer Gefahren für die Sicherheit und über nicht militärische Methoden, Krieg zu vermeiden bzw. zu verhindern. Kapitel 6 widmet sich der Frage nach der optimalen Ebene, auf der verschiedene Maßnahmen in Angriff genommen werden können. Kapitel 7 bezieht sich auf die sechs möglichen Grundmängel und –Fehler in einem effektiven Feedback-Kontroll-System (Mangel an Übereinstimmung über die Ziele, Mangel an Information über die Abweichung vom Ziel, verfehlte Anreize, verspätetes Feedback, irrationale Reaktionen und die Unfähigkeit, korrigierende Handlungen vorzunehmen) und behandelt Strategien, diese Mängel und Fehler auszugleichen. Kapitel 8 untersucht, wie erwünschte Trends sich gegenseitig verstärken können. Kapitel 9 analysiert, wie natürliche Systeme funktionieren, was wir von ihnen lernen können und welche anderen Modelle, die man nicht in der Natur findet, für das gute Funktionieren sozialer Systeme notwendig sind. Hier wird die Notwendigkeit der Redundanz hervorgehoben, damit Zusammenbrüche im System auch dann vermieden werden, wenn einzelne Komponenten versagen. Betont wird auch die Bedeutung des Vorausblickens, mit dessen Hilfe problematische Situationen verbessert werden können, solange sie noch nicht unlösbar geworden sind.
Dieses Buch gibt keine Handlungsanweisungen. Es untersucht nur, welche Institutionen, Einstellungen und Handlungen eher zur Erreichung gewisser Ziele führen können. Ebenso wenig schreibt es vor, welche Ziele das sein sollten. Wie ein Wegweiser dem Wanderer die Richtung angibt, ohne ihm zu sagen, welche er einschlagen soll, so auch dieses Buch. Entscheiden müssen die Leser und Praktiker selbst."