Haiku Werkstatt

Im Rahmen von Schreibwerkstätten biete ich eine „Haiku-Werkstatt“ an.

Bei 3 Sommerakademien in der Evangelischen Akademie Loccum hatte ich Gelegenheit, die Haiku-Werkstatt anzubieten. Die Sommerakademie findet alle zwei Jahre statt, die nächste 2009.

Viele unerkannte Haiku sind in Umlauf. Franz Werfel schrieb eins mit dem Titel:

„Recht ist der“

Schutz des Menschen vor

Dem Menschen durch den Menschen

Um Gottes willen.

Kurze Vorstellung der Haiku-Werkstatt:

1. Haiku ist eine japanische Gedichtform. Übernommen wurde der Aufbau in 3 Zeilen und der Umfang von insgesamt 17 Silben (5 – 7 – 5).

2. Haiku-Verfasser(Innen) gehen in der Regel von einer Naturbeobachtung aus.

3. Haiku schreiben ist eine schöpferische Tätigkeit und gleichzeitig ist sie gesellig: Jede und jeder schreibt für sich und für die anderen.

4. Haiku schreiben ist gleichzeitig leicht: Jede und jeder kann es, und schwer: Die Beschränkung auf 17 Silben zwingt zur Konzentration auf das Wesentliche.

5. Haiku schreiben ist erholsam wie ein Mittagschlaf und sehr besinnlich.

6. Haiku schreiben macht froh über das eigene Erzeugnis, die eigene Schöpfung, und es weckt zusätzliche Freude an den und Anerkennung für die anderen und ihre Einsichten.

Das Tanka, aus dem sich das Haiku entwickelte, umfasst 31 Silben in 5 Zeilen. Dem Haiku (5 – 7 – 5) folgen noch 2 Zeilen mit je 7 Silben. In ein Tanka lässt sich bei ausreichender Kondensierung (Eindickung) so gut wie jede Aussage fassen. Z.B. lasse man bei einer Kritik alle negativen Aussagen weg, so dass nur positiv formulierte Vorschläge übrig bleiben.

Verlauf: Wir dichten – wobei die (meist) linken Hände eine Tonleiter von 5 oder 7 Tönen auf den Tisch oder in die Luft trommeln -, wir lesen einander vor und „ergänzen“ die Haiku der anderen zu Tanka.